Frauenherzen sind keine Männerherzen

Bekannt ist, dass Frauen anders denken als Männer, anders fühlen und oft auch anders handeln. Es überrascht daher nicht, dass auch in der Medizin der kleine Unterschied zwischen Männlein und Weiblein messbar geworden ist und seinen Tribut fordert. Bestimmte Risikofaktoren fallen bei Frauen stärker ins Gewicht als bei Männern. Es geht sogar so weit, dass Medikamente bei Männern und Frauen anders wirken und andere Nebenwirkungen haben können. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind ein noch sehr junger Bereich der Medizin und in der Forschung – das lässt vermuten, dass wir noch so manche Überraschung erleben werden.


Der Herzinfarkt bei Frauen

Ganz entscheidend und unter Umständen gefährlich sind die unterschiedlichen Symptome eines Herzinfarktes. Die klassischen Anzeichen mit Schmerzen und Enge in der linken Brustseite mit eventuellem Ausstrahlen in den Arm werden von Frauen seltener wahrgenommen als von Männern; bei Frauen stehen relativ häufig starke Übelkeit und Schwäche im Vordergrund.. Das könnte auch der Grund sein, warum sie nicht gleich einen Notarzt rufen, sondern erst einmal einen Termin bei ihrem Hausarzt vereinbaren. So geht wertvolle Zeit verloren – dies könnte dazu beitragen, dass Frauen häufiger an einem Herzinfarkt sterben.

Mögliche Anzeichen eines Herzinfarktes bei Frauen

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Rücken- und Nackenschmerzen, sowie Kiefer- und Halsschmerzen
  • Übelkeit, häufig mit Erbrechen
  • Atemnot

Bei Verdacht heißt es umgehend den Notarzt rufen, denn bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute.

Doch es gibt noch mehr Unterschiede zwischen den Geschlechtern

  • Frauen erleiden einen Herzinfarkt durchschnittlich zehn bis fünfzehn Jahre später als Männer.
  • Frauen sind bis zu den Wechseljahren stärker vor einem Infarkt geschützt, wohl durch die weiblichen Hormone. Danach geht die Produktion zurück und das Risiko steigt.
  • Frauen sterben häufiger an einem akuten Herzinfarkt als Männer.
  • Einige Risikofaktoren (z. B. Diabetes mellitus) fallen bei Frauen stärker ins Gewicht als bei Männern in Bezug auf das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Besonders schlecht ist zudem die Kombination aus Rauchen, Verhütung mit der Anti-Baby-Pille und Übergewicht.
  • Frauen sind oft der Doppelbelastung Beruf und Familie ausgesetztwenn abends die Stresshormone beim Mann abfallen, steigen sie bei der Frau noch einmal an.