Auf den Lebensstil kommt es an

Die meisten Herz-Kreislauferkrankungen bekommt man nicht einfach so. Eine Reihe von Risikofaktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie auftreten. Dabei sticht ein Aspekt besonders heraus: der Lebensstil! Unsere Lebensweise nimmt großen Einfluss auf die Gesundheit unseres Herzens. Damit haben wir es zu einem großen Teil selbst in der Hand, auf unser Herz zu hören und ihm Gutes zu tun. Andere Risikofaktoren lassen sich hingegen nicht beeinflussen – sie werden uns in die Wiege gelegt oder entwickeln sich im Laufe unseres Lebens von allein.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Familiäre Vorbelastung
  • Zunehmendes Alter
  • Geschlecht

Männer und Frauen: der nicht so kleine, feine Unterschied

Die meisten Risikofaktoren betreffen beide Geschlechter. Es gibt jedoch einen Unterschied, wie schwer sie ins Gewicht fallen. Tatsache ist, dass sich der Lebensstil bei Frauen stärker auswirkt als bei Männern. Beispiel Rauchen: Greifen Frauen zur Zigarette, ist ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen um 25 Prozent höher als bei männlichen Rauchern. Wird gleichzeitig mit der Pille verhütet und liegt außerdem noch Übergewicht vor, dann wirkt sich dies zusätzlich negativ aus. Auch ein erhöhter Wert an bestimmten Blutfetten, den Triglyceriden, wirkt sich bei Frauen gravierender aus. Ähnliches gilt für die Folgen von Diabetes mellitus. Umso wichtiger ist es für die Frauen, auf den Lebensstil zu achten und ihn falls notwendig zum Positiven hin zu verändern.

Frauensache: die Rolle der Hormone

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Bei Frauen beeinflusst auch der Hormonhaushalt die Herzgesundheit. Mit Nachlassen der Hormonproduktion, etwa in den Wechseljahren, steigt das Herzinfarktrisiko. Darüber hinaus können Hormonstörungen, z. B. ein sehr unregelmäßiger Zyklus, zum Risiko für Herzerkrankungen beitragen. Leider waren die bisherigen Versuche, dies mit Hormonzufuhr von außen auszugleichen, erfolglos.

Quellen

Huxley RR, Woodward M. Cigarette smoking as a risk factor for coronary heart disease in women compared with men: a systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies. Lancet 2011; DOI:10.1016/S0140-6736(11)60781-2.

Babitsch B, Lehmkuhl et al. E Genderaspekte bei kardiovaskulären Risikofaktoren. Journal für Kardiologie 2008; 15(9-10), 271-276